Der Syrienkonflikt aus der Sicht syrischer Flüchtlinge - eine Lageanalyse und Zukunftsprognose aus Sicht Betroffener - kurz Beschreibung des Projektes

 

Ziel des vorliegenden Projektes ist es, die Wahrnehmung des Syrienkonfliktes in der Öffentlichkeit, Politik und den Medien um eine neue Perspektive zu ergänzen und damit zugleich den Flüchtlingen als direkte Leidtragende des Konfliktes eine Stimme zu verleihen. Konkret beabsichtigt das Forschungsvorhaben in diesem Kontext folgenden Fragen nachzugehen: Welche Gründe nennen Syrienflüchtlinge für die Lage in ihrem Heimatland? Wie bewerten sie den internationalen Umgang mit dem Konflikt? Welche Hoffnungen, Träume aber auch Ängste haben sie für die Zukunft ihres Landes? Aufbauend auf der letzten Frage gilt es sowohl herauszuarbeiten, welche speziellen Bedürfnisse Flüchtlinge in ihren Aufnahmeländer mit Blick auf die Zukunft haben als auch zu prüfen, inwieweit dadurch möglicherweise Integration erschwert wird.

Zur Beantwortung dieses Fragenkatalogs ist es zunächst erforderlich Hintergrundinformationen zum Syrienkonflikt mit Blick auf den Verlauf, Ursachen und Hintergründe, Beteiligte und bisherige Lösungsansätze aufbauend auf dem vorliegenden Forschungsstand zu erarbeiten. Es gilt hier ein Schema, der in der Forschung sowie der Politik gehandelten Spezifika, für die aktuelle Entwicklung in Syrien herauszukristallisieren und die offiziellen Diskurse über interne und externe Faktoren der syrischen Entwicklung von 2011 bis 2017 darzustellen.

Hierauf aufbauend gilt es im Folgenden zu prüfen, inwieweit diese offizielle Ebene der Wahrnehmung von syrischen Flüchtlingen entspricht bzw. welche Differenzen und Ergänzungen es gibt. Zu diesem Zweck plant das vorliegende Projekt anhand von Fragebögen und Interviews in halboffener Ausführung herauszuarbeiten, welche Perspektiven syrische Flüchtlinge hinsichtlich der Ursachen und Gründe der Entwicklung in ihrem Heimatland seit 2011 haben, wie sie die Rolle der internationalen Staatengemeinschaft bewerten und welche Hoffnungen und Vorstellungen die Exilsyrer für die Zukunft ihres Heimatlandes haben. Um möglichst repräsentative Ergebnisse zu erhalten wird dieser empirische Teil sich zwei Gruppen von Flüchtlingen widmen: Flüchtlingen in ausgewählten Stationen in Deutschland konkret NRW und solchen, die in den direkten Nachbarländern des Konfliktes, Jordanien und Libanon, z.B. in Lagern wie Zaatari, Zuflucht gefunden haben. Im Ergebnis soll geprüft werden, ob und inwiefern es Differenzen zwischen der offiziellen Wahrnehmung des Syrienkonfliktes und der persönlichen durch Flüchtlinge gibt.Selbstverständlich wird jedem Teilnehmer an einem Interview oder Frageboten absolute Anonymität garantiert.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden somit relevante Informationen zur politischen Seite des Konfliktes aufbereitet und durch den Blickwinkel der direkt Betroffenen ergänzt. Zudem werden aber auch Ansätze aufgezeigt, die mit Blick auf den späteren Wiederaufbau des Landes für die Entwicklungsarbeit bedeutsam sind. Des Weiteren soll auch auf die derzeitigen Bedürfnisse der Syrien-Flüchtlinge eingegangen werden, die diese langfristig befähigen sollen, nach der Rückkehr in ihr Heimatland einen positiven Beitrag zu dessen Entwicklung zu leisten. Bezüglich der Integration in Deutschland besteht gegebenenfalls die Möglichkeit in diesem Zusammenhang Hemmnisse für den Integrationsprozess auf Seiten der Flüchtlinge herauszukristallisieren. Schließlich beabsichtigt das Projekt durch Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge und eine gemeinsam mit Flüchtlingen zur Thematik organisierte Ausstellung, über den Syrien-Konflikt anhand der vorliegenden Fachliteratur sowie der gewonnen Ergebnisse zu einem mehr an Verständnis für die Flüchtlinge, aber auch Entscheidungen der Bundesregierung in Sachen Syrienkrise beizutragen. Es sollen Vorurteile abgebaut werden und damit auch einem weiteren „rechts-Rutsch“ von Teilen der deutschen Bevölkerung entgegengewirkt werden.