Raus aus Negativität, Aggressivität, Verzweifelung und Hilflosigkeit - Dank EMDR mit Malen

Neujahr 2021 und ich finde den ganzen Tag keine Ruhe, immer wieder kocht Wut in mir hoch, innere Unruhe, Aggressivität, Verzweifelung - keine Ahnung, keine Idee, wo das herkommt, wo doch eigentlich so gesehen alles scheinbar gut ist bei mir. Ich quäle mich durch den Tag, versuche diverse Selbsthilfetechniken, aber irgendwie bringt das alles so gar nichts...bis ich mich hinsetze und einem Interview lausche, dass mein Coach, Tanja Klein, an dem Tag gibt und dabei auch über innere Kinder spricht....

Innere Kinder!!! Das gibt mir endlich eine Handhabe für mein totales Chaos. In den letzten Tagen waren bei mir mal wieder einige heftige und traurige Kindheitserinnerungen hochgekommen, verbunden mit Dunkelheit, Schmerz, dem Gefühl absolut wertlos, Dreck, Müll zu sein und hatten sich jetzt angestaut, in der Zeit, wo mein fünfjähriger Sohn bei mir war nicht gezielt, sanft abgebaut werden können. Und jetzt war das Gefühlswirrwarr neben den schon genannten Emotionen auch Hilflosigkeit und Verzweifelung meiner Inneren Kinder über das erlebte aber auch der Wunsch das Vergangene anzunehmen, als Teil meiner Selbst zu integrieren einfach riesig. Allein das Wissen, was da "los" war gab mir die Chance zur Selbsthilfe:

Als erstes machte ich mir das meine Lieblings-EMDR-Musik für ganz belastende Situationen an "the great relief" von Karl Edy und dann ging ich erstmal in meine Schamecke. Das ist der Ort in meiner Wohnung, wo negative Gefühle wahrnehmen erlaubt und gewollt ist, sich ihnen "stellen" um sie dann Stück für Stück annehmen zu können und zu transformieren, wo ich auch mit Inneren Kindern über belastendes, schamhaftes spreche und gemeinsam mit ihnen nach den passenden Hilfsmitteln suche, um dann gemeinsam in meine Würdeecke zu gehen, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwürde zu tanken.

Und in meiner Schamecke komme ich ganz schnell auf die richtige Lösung, eine EMDR-Technik, die ich bisher noch nie angewandt habe: Malen. Also suche ich Papier Bunt- und Wachsmalstifte zusammen und lasse meine IKs ihre Emotionen im wahrsten Sinne des Wortes zu Papier bringen.

Ganze 2,5 Stunden später sind meine Inneren Kinder und ich fertig und haben nicht nur eine Reihe von Bildern gemalt, sondern auch einen kompletten Ortswechsel von der Scham- in die Würdeecke vollzogen. Was oben links im Ausdruck kompletter Dunkelheit begann, mit totalem Schmerz (rot oben rechts) und in Zeile zwei weiter mit allem was Wertlosigkeit, Dreck, Schmutz ausdrückte, noch in Bild vier alles Positive alles Licht unterdrückte, durfte sich ab Bild fünf verändern. Und tatsächlich veränderten sich bei Bild fünf und sechs nicht nur meine Gedanken, das positive konnte Raum gewinnen, auch mein Platz im Raum wandelte sich, ich war genau in der Mitte zwischen Scham- und Würdeecke "auf dem Weg" ins Licht, raus aus meiner (zwischenzeitlichen) Dunkelheit/Negativität.

Schließlich die letzten vier Bilder in meiner Würdeecke, das Licht/Positive wird dominanter, meine Akzeptanz und die meiner Inneren Kinder zur Integration des Schmerzes/zum Annehmen dessen, was passiert ist wird größer. Und am Ende? Ein Bild das den wiedergefundenen inneren Frieden von mir und meinen Inneren Kindern mit unserer Geschichte, unserer Vergangenheit symbolisiert, das Wissen, das wir es schaffen können, alle Dunkelheit, allen Schmerz, alle Gefühle von Wertlosigkeit Stück für Stück abzulegen (die Blume) und das wir dabei auch auf wunderbare, tolle Hilfe symbolisiert in den vier Eckbildchen zurückgreifen können.

Wie fühle ich mich: ruhig, ausgeglichen, wieder im Einklang mit mir selbst, die vorherigen negativen Gefühle, Wut, Aggressivität, Hilflosigkeit und Verzweifelung sind verschwunden, rausgemalt aus meinem Körper und aus meiner Seele.